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In unserer Reihe zur Manufacturing Management Software (MMS) von Fastems wollen wir Ihnen in diesem Beitrag die Stärken dieser Software beim automatisierten Palettenhandling in der spanabhebenden Fertigung näherbringen.

Der Begriff „Management“ in Manufacturing Management Software ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn die Lösung ist in der Lage, anhand der aktuellen Auftrags- und Fertigungssituation sowie aller hierfür notwendigen Ressourcen eine vorausschauende Produktionsplanung vorzunehmen. Die notwendigen Informationen hierzu bezieht die MMS entweder u.a. direkt aus einem ERP- oder PPS-System oder durch manuelle Eingabe.

 

Intelligente Verknüpfung

Ein zentraler Bestandteil der MMS ist der Datenmanager, in dem die Stammdaten und Fertigungsaufträge hinterlegt sind, sowie die Planung und Überwachung der Ressourcen als auch die Feinplanung, über die wir bereits im 1. Teil gesprochen haben, erfolgt.

Um das deutlicher zu machen, hierzu ein einfaches Beispiel:

Aus Rohmaterial soll ein Teil mit einer bestimmten Kontur gefräst und anschließend mit Bohrungen versehen werden. Ein Fertigteil erfordert demnach zwei unterschiedliche Arbeitsschritte. Im werkstückbezogenen Prozessplan für den Arbeitsschritt „Konturfräsen“ sind die Zeiten für die Beladung, Bearbeitung und Entladung in einem Flexiblen Fertigungssystem (FFS) berücksichtigt. Hierbei wird z. B. festgelegt, dass die Werkstücke auf einer Ladestation am FFS aufzuspannen sind und hierzu eine bestimmte Vorrichtung erforderlich ist. Ferner werden im Prozessplan die Maschinen für die Bearbeitung des Werkstückes sowie die Anzahl der hierfür notwendigen NC-Bearbeitungsoperationen pro Maschine definiert.

Der Arbeitsschritt „Maschinenoperationen“ innerhalb des Prozessplanes enthält das für die Bearbeitung benötigte NC-Programm und die für die Teilbearbeitung notwendigen Werkzeuge im Magazin. Die MMS erhält in diesem Zusammenhang von einer Maschine außerdem Informationen über die Reststandzeit der an einem spezifischem NC-Programm gekoppelten Werkzeuge, um sicherzustellen, dass maschinenseitig alle Ressourcen zur Bearbeitung vorhanden sind.

 

Hohe Transparenz zur Kapazitätsauslastung

Auf Basis der Prozesspläne plant die MMS die Fertigungsabläufe im FFS, wobei die  Reihenfolge der Paletten anhand der Aufträge festgelegt wird. Zur Abarbeitung der Fertigungsaufträge plant die MMS, welche Palettenreihenfolge gemäß der aktuellen Fertigungs- und Auftragssituation für die Produktion notwendig ist – und das permanent unter Berücksichtigung aller am FFS angeschlossener Systeme, etwa Ladestationen, Maschinen etc.

 

Werkzeugprüfung vor der Bearbeitung

Eine wertvolle Funktion der MMS ist vor diesem Hintergrund u.a. auch der sogenannte „Tool-Check“ mehrere Stunden vor Produktionsbeginn, mit dem geprüft wird, ob sich das an einen Fertigungsauftrag gekoppelte Werkzeug in dem für die spezifische Teilebearbeitung erforderlichen Zustand befindet. Die MMS kann in diesem Zusammenhang zudem sämtliche Werkzeugdaten und -instanzen verwalten und ist damit auch zuständig für die datentechnische Generierung neuer Werkzeuge, die hierzu vermessen und mit den Istdaten in der MMS abgespeichert werden. Wird ein Werkzeugmagazin mit einem neuen Tool bestückt, übergibt die MMS die jeweiligen Daten an die Maschine.

 

Vorausschauend in jeder Hinsicht

Die beschriebene Produktionsplanung der MMS ist demnach stets vorausschauend. Das System „weiß“ also zu jeder Zeit, was im FFS passiert bzw. passieren wird und welche Ressourcen für die Auftragsbearbeitung benötigt werden, also z. B., welche Werkzeuge vorzubereiten sind, welche Teile aufzuspannen sind und welche Vorrichtung sowie welches Rohmaterial zu welcher Zeit im FFS zur Verfügung stehen müssen.

Vorausschauend planen im Sinne der MMS bedeutet in einem weiteren Schritt, validierbare Prognosen über Maschinen-, Werkzeug-, NC-Programm- und Vorrichtungsressourcen bereitzustellen, wodurch auch Aussagen möglich sind, wie viel Teile in einer Schicht, an einem Tag oder auch über längere Zeiträume in einem FFS produziert werden können. Eine permanente Planung ermöglicht darüber hinaus, dass die MMS als intelligente Lösung selbst auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert.

 

Automatisch Vorschläge zur Neuplanung

Derartige Ereignisse können z. B. sein: eilige Aufträge, die in die aktuelle Produktion eingeschoben werden müssen, eine dringend anstehende, aber noch nicht erfolgte Rohmateriallieferung, oder aber auch ein Maschinenausfall.

In solchen oder ähnlichen Fällen reagiert das System automatisch und schlägt einen neuen Fertigungsablauf unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen vor, sofern es die Ressourcen im FFS zulassen. Im Falle eines Maschinenausfalls würde die MMS demnach gemäß Priorisierung die Fertigungsaufträge für die nicht verfügbare Maschine an eine andere Werkzeugmaschine im FFS übergeben.

 

Höhere Produktivität, mehr Flexibilität, stets sichere Prozesse

Der Einsatz der MMS erleichtert den Umgang mit einem äußerst dynamischen Produktionsumfeld, wobei die Planung, Steuerung und Überwachung der Fertigung vollständig automatisiert erfolgt. Überdies werden transparente und übersichtliche Daten sowie Informationen für alle Anwenderschnittstellen bereitgestellt. Durch hauptzeitparalleles Rüsten lassen sich Nebenzeiten von der eigentlichen Produktion entkoppeln und somit eine hohe Produktivität durch hohe Spindellaufzeiten erzielen. Zusätzlich zu einer optimierten Auslastung der Fertigungskapazitäten wird eine höhere Flexibilität erreicht, wobei selbst auf unerwartete Situationen besser und schneller reagiert werden kann.

Was die MMS im Bereich der automatisierten Palettenhandhabung zu leisten vermag,
steht auch für das Werkstückhandling zur Verfügung.
Hierzu mehr im nächsten Beitrag.

 

Eine Produktion, deren Fertigungskosten pro Stück völlig unabhängig von den Losgrößen sind?

Wie aus dieser Vision dank der MMS von Fastems Realität geworden ist, erfahren Sie in dem folgendem Video und ergänzend gibt es weitere Einzelheiten in der dazu gehörigen Kundenreportage über die Norbert Kempf CNC-Technik Gmbh.

 

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