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Die Produktionsplanung in der spanabhebenden Fertigung ist eine aufwendige mithin zeitintensive Angelegenheit. Hinzu kommen oftmals unvorhergesehene Ereignisse wie z. B. Maschinenausfälle, verspätete Rohmateriallieferungen, aber auch eilige Aufträge, die die mühsame Planung zunichte machen. Einfacher ist es, die Planung einer leistungsstarken und daher vielseitigen Software zu überlassen, die das völlig automatisch übernimmt. 

 

Geläufige Abkürzungen sind jedem bekannt, aber kennen Sie MMS?

Möglicherweise sollten Sie sich diese Buchstabenkombination merken. MMS steht für Manufacturing Management Software, eines der leistungsfähigsten Werkzeuge zur automatisierten Produktionsplanung in der spanabhebenden Fertigung, die als offene Lösung mit einer Vielzahl an Steuerungen kommunizieren kann.

 

Wo ist die MMS einzuordnen?

Man könnte auch sagen, die MMS ist als APS (Advanced Planning and Scheduling) ein wesentlicher Bestandteil eines MES (Manufacturing Execution System) und kann als offene Lösung mit einer Vielzahl an Steuerungen kommunizieren.

Um eine Fertigung automatisiert planen zu können, benötigt die MMS Informationen. Entweder werden diese manuell eingegeben oder aber der Software als integraler Bestandteil eines Produktionssystems (z. B. ein flexibles Fertigungssystem, FFS) der Zugriff auf verschiedene Systeme (z. B. ERP, CAM-Software, Fertigungsdatensysteme, etc.) ermöglicht. Anhand der aus solchen Quellen zur Verfügung stehenden Daten sowie Informationen ist die MMS in der Lage, bspw. im Zusammenspiel mit einem Automationssystem von Fastems, eigenständig die Reihenfolge festzulegen, in der sämtliche Fertigungsaufträge gemäß Priorität abgearbeitet werden.

 

Feinplanung anhand tatsächlich vorhandener Ressourcen

Die Besonderheiten: Die MMS plant hierbei die Produktion auf die Minute genau und weiß daher präzise, wann die Bearbeitung eines Auftrags beginnt und dieser abgeschlossen ist. Diese Planung wird von der MMS übersichtlich in einem Zeitstrahl visualisiert. Jeder weiß somit zu jeder Zeit schon mit einem Blick immer genau, welche Fertigungsaufträge nicht nur aktuell, sondern über Stunden oder auch Tage hinweg anstehen, und wann diese erledigt sind.

Überdies plant die MMS die Fertigung auf Basis der tatsächlich vorhandener Produktions-Ressourcen also bspw.

  • Material,
  • Spannvorrichtungen,
  • Maschinenkapazitäten,
  • NC-Programme und
  • Werkzeuge,

verwaltet diese an zentraler Stelle und gibt die notwendigen Informationen an alle Werkzeugmaschinen weiter. Die Software prüft in diesem Zusammenhang u.a. auch die für die Bearbeitung eines Auftrags erforderlichen Werkzeugstandzeiten.

Kurzum, die MMS kann eine Produktion mit vielen unterschiedlichen Aufträgen sehr präzise und bis ins Detail planen. Daher sprechen wir hier auch ganz bewusst von der Feinplanung.

 

Universelle Lösung für die Zerspanung

Als universelle Lösung vernetzt die MMS die gesamte Produktion und beherrscht sämtliche „Disziplinen“ in der spanabhebenden Fertigung, also die automatisierte Paletten- und Werkstückhandhabung und darüber hinaus auch nicht-automatisierte Prozesse, die sich mit dem Modul WCO (Work Cell Operations) digitalisieren lassen (Hierzu mehr in den nächsten Blogbeiträgen). Für die Arbeitsvorbereitung, den Shop-Floor als auch das Controlling bietet das eine ganze Reihe an Vorteilen, darunter eine zeitoptimierte, automatisierte Produktionsplanung unter Berücksichtigung der gesamten Prozesskette und wiederum eine automatische Feinplanung, die u. a. eine Produktion mit kleineren Teilepuffern ermöglicht.

 

Über Vor(ur)teile muss man sprechen

Angesichts dieser vielfältigen Vorteile ist es eigentlich verwunderlich, dass sich zur MMS dennoch hartnäckig einige Vorurteile halten.

Hier zwei Beispiele:

Vorurteil 1:
„Die MMS ist zu komplex und nicht intuitiv zu bedienen.“

Die Anforderungen in der spanabhebenden Produktion sind vielfältig, daher ist die MMS komplex und stellt bereits in der Basisversion eine Vielzahl an Funktionalitäten für ein breites Leistungsspektrum bereit.

Wer jedoch die erforderliche Zeit investiert, die Funktionalitäten vor allem im Hinblick auf die Feinplanung kennenzulernen, wird mit einer optimierten Fertigungsorganisation belohnt.

Die MMS stellt hierbei sicher, dass alle für eine hochproduktive Fertigung notwendigen Daten und Informationen zentral verfügbar sind. Das spart Zeit, Kosten und oftmals auch eine Menge Nerven. Fastems bietet in diesem Zusammenhang auch ein entsprechendes Schulungsprogramm zur MMS an.

 

Vorurteil 2:
„Die MMS eignet sich nicht für kleine Unternehmen mit geringen Stückzahlen.“

Je mehr kleinere Lose mit hoher Teilevarianz zu fertigen sind, desto mehr muss geplant werden. Hier kann die automatische Feinplanung der MMS entscheidend unterstützen, zumal bei Wiederholaufträgen eine erneute Produktionsplanung unter Berücksichtigung sämtlicher Ressourcen entfällt, weil alles bereits in der MMS hinterlegt ist. Darüberhinaus lässt sich die MMS auf die gesamte Produktion ausweiten und somit nicht nur für die Planung automatisierter, sondern auch nicht-automatisierter Prozesse nutzen.

Durch eine optimierte Fertigungsorganisation erhalten insbesondere kleinere Unternehmen echte Wettbewerbsvorteile, die sich insbesondere angesichts des anhaltend hohes Preisdrucks bezahlt machen.

 

Die MMS ist ein unverzichtbares Werkzeug für die kontinuierliche Optimierung der spanabhebenden Fertigung und basiert auf mehr als 30 Jahren Softwareerfahrungen von Fastems. Daher lohnt sich eine Reise in die Vergangenheit, die zeigt, warum die MMS eine Erfolgsgeschichte wurde.

Hierzu mehr in unserem nächsten Post.